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Naturweine

Naturweine. Weingenuss ganz natürlich.

Leicht trüb im Glas, Hefenoten am Gaumen, in der Nase der Geruch von Apfelmost - so könnte die Beschreibung eines Naturweins klingen. Natürlich haben die aufgezählten Eigenschaften keine Allgemeingültigkeit, denn Naturweine stehen vor allem für eines: Vielfalt. Offiziell ist im deutschen Weinrecht nicht festgeschrieben, was sich hinter dem Begriff "Naturwein" genau versteckt. Jedoch besteht allgemeiner Konsens darüber, dass die Winzerinnen und Winzer bei der Produktion eines Naturweins so wenig wie möglich in die Entstehung der Weine eingreifen und auf technische sowie chemische Hilfsmittel verzichten.

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    In Deutschland hat die Bezeichnung “Naturwein” weinrechtlich betrachtet keinerlei Bedeutung, es existieren keine Maßgaben oder Richtlinien zur Definition eines Naturweins. Der Begriff hat sich vielmehr für Weine etabliert, die weitestgehend unbehandelt den Vinifikationsprozess durchlaufen. Das bedeutet die Weine werden mit einem Minimum an menschlichen Eingriffen produziert, was auch als "Low-Intervention" bezeichnet wird. Grundsätzlich entsteht diese Art von Wein aus dem Wunsch heraus, so nah wie möglich an der Natur zu sein und diese sozusagen in die Flasche zu bringen. Aus diesem Grund stammen Naturweine praktisch immer aus Weinbaubetrieben, die sich einer biologischen oder sogar biodynamischen Arbeitsweise verschrieben haben. Möchte man einen Naturwein beschreiben ist es wohl am treffendsten von Wein in seiner natürlichsten Form zu sprechen - authentisch, wild, unbeschönigt. Auch wenn es keine offiziellen Kriterien gibt, die ein Naturwein erfüllen muss, sind sich Naturweinkenner und Naturweinliebhaber über ein paar Grundsätze einig, die bei der Produktion von Naturweinen eingehalten werden sollten:

    Biologischer oder biodynamischer Anbau
    Wie bereits erwähnt arbeiten die Winzerinnen und Winzer im Weinberg und Keller nach biologischen oder biodynamischen Richtlinien. Häufig werden diese noch strenger interpretiert beziehungsweise umgesetzt als vorgegeben. Kernaspekt in dieser Hinsicht ist der Verzicht auf chemische Substanzen im Weinberg.

    Handlese
    Bei der Weinernte lässt sich zwischen Maschinenernte und Handlese unterscheiden. Erstere bringt zwei klare Vorteile mit sich, die maschinengestützte Lese ist deutlich schneller und günstiger. Der große Nachteil ist jedoch, dass eine Selektion der Trauben bei älteren Maschinenmodellen noch nicht möglich ist. Es kann nicht sichergestellt werden, dass nur die besten Trauben mit optimalem Reifegrad geerntet werden. Bei der aufwendigen Handlese hingegen wird jede Traube per Hand gepflückt, dabei kann geprüft werden, ob diese den Anforderungen an den Wein entspricht. Bei diesem Prozess werden die Trauben nicht beschädigt und die Reben geschont.

    Spontangärung
    Bei der Spontangärung setzt die alkoholische Gärung durch natürlich im Weinberg und im Keller vorkommende Hefearten spontan ein. Anders als bei der kontrollierten Gärung, werden keine Reinzuchthefen beigemischt, es erfolgt zum Teil keine Temperaturkontrolle und der Gärprozess wird nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt gestoppt.

    Keine oder nur minimale Filtration, Klärung und Schönung
    Verantwortlich für das oft trübe Erscheinungsbild von Naturweinen: Feine Partikel - auch Feintrub genannt. Filtration, Klärung und Schönung sollen in der konventionellen Weinbereitung unerwünschte Stoffe wie diese aus dem Wein entfernen, sodass er optisch “schön” und klar wird. Auf diese Verfahren wird bei Naturweinen verzichtet, Enzyme, Proteine und andere Stoffe bleiben im Wein und werden mitgetrunken. Durch natürliche einsetzende Sedimentation, also dem Absetzen dieser Feinpartikel und einem folgenden Abzug des Weines, kann aber trotzdem ein klares Erscheinungsbild gewährleistet werden.

    Keine oder nur minimale Zugabe von Schwefel
    Ein geringer Schwefelgehalt ist für einen echten Naturwein unverzichtbar, in diesem Punkt sind sich Weinexperten einig. Auf den Zusatz von Schwefel wird entweder ganz verzichtet oder er wird auf das Mindeste reduziert. Konventionell hergestellte Weine werden durch die Zugabe von Sulfiten konserviert. Das heißt aber keineswegs, dass Naturweine weniger Lagerpotenzial mitbringen. Zum einen enthält jeder Wein natürliche, bei der Gärung entstehende Sulfite. Zum anderen stabilisieren die enthaltenen Hefepartikel den Wein, sodass diese für ein langes Leben gewappnet sind. Dies setzt natürlich eine penible Sauberkeit in jedem Arbeitsschritt und bestes Traubenmaterial voraus.

    Weinarten, die sich im Kontext von Naturweinen mittlerweile einen Namen gemacht haben sind beispielsweise der  Orange Wine oder der Pétillant Naturel  (kurz: Pet Nat). Bei der Herstellung eines Orange Wines verbleibt der Most viele Tage zusammen mit Schalen und Kernen im Gärbehälter. Dadurch erhält der Wein eine für Weißweine ungewöhnliche Struktur und Aromenfülle, da sich Gerbstoffe und Phenole aus der Schale lösen. Der lange Schalenkontakt sorgt zudem für die orangene Farbe. Diese ursprüngliche Form der Weinbereitung nach dem Vorbild der georgischen Tradition, Wein in Amphoren herzustellen, erfreut sich steigender Beliebtheit und immer mehr Winzer in allen Weinregionen der Welt versuchen sich an Orange Wines, da sie mit gängigen Geschmacksmustern brechen und für viele unbekannte Weinerfahrungen mit sich bringen. An dieser Stelle will erwähnt sein, dass dieser Weintyp nicht zwangsläufig mit Naturwein zu tun hat, da leider viele Winzer mit der konventionellen Produktion eines Orange Wines ein gewisses Greenwashing betreiben und sich neuen trendbestimmten Märkten unterwerfen. Der Pet Nat ist ein Schaumwein, hergestellt nach der aus Frankreich stammenden Methode "Méthode Rurale". Dabei wird der noch im Gärprozess befindliche Most in Flaschen abgefüllt und gärt dort weiter. Je nach Zeitpunkt der Abfüllung entstehen stark oder weniger schäumende Weine. Dies sind jedoch nur zwei populäre Beispiele, Naturweine gibt es in den unterschiedlichsten Varianten - von “eigentlich ganz normal” bis “extrem gewöhnungsbedürftig” ist alles dabei.

    Naturweine werden viel diskutiert, kritisiert aber auch geschätzt und geliebt. Jeder, der es noch nicht gemacht hat, sollte in Sachen Wein mal seine Komfortzone verlassen und einen Naturwein probieren. Ob man es letztlich mag oder nicht ist Geschmackssache, einen Versuch ist es in jedem Fall wert.

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